✅ Was sind Berufsgenossenschaften und warum sind sie wichtig?
✅ Wie hängen Berufsgenossenschaften, Arbeitsschutz und Unfallversicherung zusammen?
✅ Welche Pflichten haben Unternehmen gegenüber der BG?
Die Berufsgenossenschaften (BGs) sind ein zentrales Element des deutschen Arbeitsschutzsystems. Sie übernehmen als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung die Verantwortung für die Sicherheit und Gesundheit von Beschäftigten. Das bedeutet, dass sie nicht nur im Falle eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit für medizinische und finanzielle Leistungen aufkommen, sondern auch aktiv daran arbeiten, Unfälle zu vermeiden.
Die BGs sind für Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen von Bedeutung, da sie gesetzliche Vorschriften zur Arbeitssicherheit festlegen, Inspektionen durchführen und Arbeitgeber beraten. Zudem kontrollieren sie, ob die Betriebe ihren Pflichten im Bereich Arbeitsschutz nachkommen. Jede Berufsgenossenschaft ist für eine bestimmte Branchezuständig, was sicherstellt, dass die spezifischen Gefahren in verschiedenen Wirtschaftszweigen angemessen berücksichtigt werden.
In diesem Artikel erfahren Sie alles über die Aufgaben, Kompetenzen und gesetzlichen Bestimmungen der Berufsgenossenschaften, welche BGs es gibt und für welche Branchen sie zuständig sind.
📌 In Deutschland gibt es neun gewerbliche Berufsgenossenschaften sowie eine landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft.
📌 Jede BG betreut Unternehmen aus einer bestimmten Branche und ist für deren Arbeitssicherheit verantwortlich.
📌 Unternehmen sind gesetzlich verpflichtet, sich bei der zuständigen BG zu versichern.
Die Berufsgenossenschaften sind branchenspezifisch organisiert, um den unterschiedlichen Risiken in verschiedenen Wirtschaftszweigen gerecht zu werden. Sie bieten maßgeschneiderte Präventionsmaßnahmen, setzen sich für Unfallverhütung ein und übernehmen bei Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten die medizinische und finanzielle Absicherung.
Übersicht der Berufsgenossenschaften und ihrer Zuständigkeitsbereiche
BG Bau – Baugewerbe, Handwerk, Hoch- und Tiefbau
BG ETEM (Energie, Textil, Elektro, Medienerzeugnisse) – Elektroindustrie, Druckereien, Textil- und Papierindustrie
BG Rohstoffe und Chemische Industrie (BG RCI) – Chemie-, Bergbau-, Leder-, Glas- und Baustoffindustrie
BG Verkehrswirtschaft Post-Logistik Telekommunikation (BG Verkehr) – Transport- und Verkehrsbranche, Postdienste, Schifffahrt
BG Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) – Lebensmittelproduktion, Gastronomie, Hotellerie
BG Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) – Krankenhäuser, Pflegeheime, soziale Einrichtungen
Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) – Versicherungen, Banken, Verwaltungen, Sportvereine
BG Handel und Warenlogistik (BGHW) – Groß- und Einzelhandel, Logistikzentren, Versandhandel
BG Holz und Metall (BGHM) – Metallverarbeitung, Möbelindustrie, Holzverarbeitung
Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) – Landwirtschaft, Gartenbau, Forstwirtschaft
Jedes Unternehmen muss sich direkt bei der für seinen Wirtschaftszweig zuständigen BG anmelden und regelmäßig Beiträge zur Unfallversicherung entrichten. Diese Beiträge richten sich nach dem Gefahrenpotenzial der Branche und der Anzahl der Beschäftigten.
🔍 Unfallprävention durch Schulungen, Sicherheitsvorgaben und Beratung
🔍 Rehabilitation und Wiedereingliederung verletzter Arbeitnehmer
🔍 Finanzielle Absicherung nach Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten
Die BGs übernehmen drei zentrale Aufgaben im Bereich der gesetzlichen Unfallversicherung:
1. Prävention von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten
Die Berufsgenossenschaften setzen sich aktiv für die Sicherheit am Arbeitsplatz ein. Sie erarbeiten branchenspezifische Richtlinien, geben Sicherheitsvorgaben heraus und beraten Unternehmen in Bezug auf Präventionsmaßnahmen. Zu den wichtigsten Leistungen gehören:
2. Rehabilitation und Wiedereingliederung
Trotz aller Präventionsmaßnahmen lassen sich Arbeitsunfälle nicht vollständig vermeiden. In solchen Fällen übernehmen die BGs die Kosten für die medizinische Behandlung, Rehabilitation und berufliche Wiedereingliederung. Dazu gehören unter anderem:
3. Finanzielle Absicherung
Beschäftigte sind über die BG gegen die Folgen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten abgesichert. Sollte ein Arbeitnehmer aufgrund eines Unfalls arbeitsunfähig werden oder sterben, werden finanzielle Leistungen wie:
⚖️ Die gesetzliche Unfallversicherung ist in Deutschland im Sozialgesetzbuch VII (SGB VII) verankert.
⚖️ Unternehmen sind verpflichtet, sich bei der zuständigen BG zu registrieren und Beiträge zu zahlen.
⚖️ Arbeitsschutzmaßnahmen müssen regelmäßig überprüft und dokumentiert werden.
Die gesetzliche Grundlage für die Arbeit der Berufsgenossenschaften bildet das Sozialgesetzbuch VII (SGB VII). Dieses regelt, welche Pflichten Arbeitgeber haben und welche Rechte Beschäftigte im Falle eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit haben.
Pflichten der Unternehmen
Pflichten der Arbeitnehmer
Auch Beschäftigte haben Pflichten:
Die Berufsgenossenschaften sind nicht nur Versicherungsträger, sondern auch wichtige Partner im Arbeitsschutz. Sie setzen sich für die Prävention von Arbeitsunfällen, die Rehabilitation verletzter Arbeitnehmer und die finanzielle Absicherung von Beschäftigten ein.
Unternehmen profitieren von den BGs durch fachkundige Beratung, finanzielle Sicherheit im Schadensfall und branchenspezifische Präventionsmaßnahmen. Wer sich aktiv mit den Vorgaben seiner BG auseinandersetzt, sorgt für sichere Arbeitsbedingungen, verringert Unfallrisiken und erfüllt seine gesetzlichen Pflichten.
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